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20. Januar 2017 | Beratungsunternehmen, Einzelkämpfer, Geschäftsmodell, Strategie, Wachstum, Wachstumshürden

Gründe für stagnierendes Wachstum von Beratungsunternehmen

Berater klagen immer wieder über ähnliche Hürden in ihrem Wachstum. Denn tatsächlich ist das Thema Wachstum für Professional Service Firms sehr viel komplexer als angenommen, vor allem in einer Größe unter 100 Mitarbeitern und bei Einzelkämpfern. Die häufigsten Hürden:

... bei Einzelkämpfern

  • Umsatz und Ertrag können nicht steigen, da zu viel „Altgeschäft“ zu alten Honoraren vorhanden ist und wenig neues Geschäft nachrücken kann

  • Der Umsatz stagniert bei einem Maximum von 200.000 – 250.000 Euro


 

...  bei Beratungsunternehmen

  • Sämtliche Ressourcen sind gebunden, einschließlich die, der Geschäftsleitung. Dabei beschäftigt man sich vor allem mit Großkunden, die hohes Projektvolumen mitbringen aber niedrige Erträge

  • Kunden verhalten sich zunehmen schwierig, entscheiden langsam und verhandeln hart. So entstehen hohe Opportunitätskosten bei gleichzeitig niedrigen Erträgen

  • Selbst wenn mehr Aufträge vorhanden wären, gibt es kaum Mitarbeiter am Markt, die diese bearbeiten könnten. Das Wachstum stockt also immer an einer Stelle: Aufträge oder Mitarbeiter. Ein Teufelskreis.


 

In den letzten zwanzig Jahren durfte ich knapp Tausend Beratern und Beratungsunternehmen beim Erreichen ihrer Ziele und oft dem Überwinden dieser Hürden begleiten. Folgende Erkenntnisse habe ich gewonnen:

  1. Es mangelt selten an Qualität und Kompetenz

  2. Nahezu alle Berater, die ich kennenlernen durfte, hatten eine hohe persönliche Glaubwürdigkeit – was nichts an u.g. Punkten ändert

  3. Einzelne Maßnahmen, einfach mehr Werbung, einfach mehr Akquise hatten zwar Effekte, sorgten aber nicht für ein dauerhaftes Überwinden dieser Hürden

  4. Fast alle Berater treten zu demütig ihren Kunden gegenüber, nicht als stolzer Trusted Advisor sondern als gefälliger Dienstleister. Die Haltung ist tief verwurzelt und kann nur durch konsequente Selbst-Umerziehung verändert werden

  5. Die meisten träumen von großen strategischen Veränderungen – und die wenigsten machen sich auf den Weg. Gleich ob eine Veränderung des Honorarmodells, eine andere Zielgruppe, neue Geschäftsfelder: im Hamsterrad des Alltags finden strategische Veränderungen mehr im Tagtraum als in der Realität statt. Verständlich, aber schade!

  6. Befragt man Berater, was ihr Nutzen in einem Satz ist, stocken die meisten. Klare Nutzenbotschaft, echte Differenzierung und eine starke Marke sind aber Voraussetzung für selbstbewusstes Auftreten beim Kunden. Große Klappe viel dahinter – das muss das Motto sein.

  7. Das Geschäftsmodell „Mehr Mitarbeiter, mehr Umsatz, mehr Ertrag“ wird immer schwerer umzusetzen. Denn gibt kaum genug fähige angestellte Berater, mit mehr Angestellten steigen auch Kosten und das Risiko aufgrund immer volatilerer Aufträge steigt ebenfalls proportional. Es braucht also neue Geschäfts- und Honorarmodelle um zu Wachsen

  8. Fast alle Einzelkämpfer und Beratungsunternehmen arbeiten mit dem Modell Zeit gegen Geld. Dieses ist vertraut und bequem, hat aber massive Nachteile gegenüber gut umgesetzten Pauschalmodellen und Wert-Vergütung (Value Based Verträge)

  9. Wer den Mut hat, Geschäft mit niedrigem Ertrag zu kappen, der hat erheblich bessere Chancen, neue Geschäftsmodelle zu etablieren. Dies gilt auch bei hohem Auftragsvolumen, denn Volumen ist nie entscheidend, sondern immer nur Ertrag.

  10. Wenige Berater haben ihre persönlichen Ziele wirklich fixiert und arbeiten mit ihrer Unternehmensmarke darauf hin. Das ist fatal, denn letztlich dient ein Beratungsunternehmen doch auch dazu, dessen Inhaber glücklich zu machen und Sinn zu stiften

  11. Sind o.g. Hausaufgaben gemacht, kann ein Marketingsystem greifen. Die Betonung liegt auf „System“! Die Kanäle können wechseln, aber: Was haben Sie zu sagen? Und machen Sie dies auch nahezu täglich?

  12. Inhaber und Geschäftsleitung hoffen darauf, dass angestellte Berater verkaufen. Dieses Modell aus großen Unternehmensberatungen funktioniert jedoch nur selten. Denn: angestellte Berater sind oft angestellt, weil sie eben nicht verkaufen wollen und können. Sonst wären sie selbständig.


 

Es ist also lohnenswert, mehrere Schritte zurückzutreten. Sich zu fragen, was Sie von Ihrem Beratungsunternehmen für Ihr Leben erwarten. Und dann von Grund auf die Zukunft zu gestalten.


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Weyand

Büro Fichtelgebirge,
Werkstatt Hamburg

9251 / 92 99 950
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